Fühl dich frei in Chiang Mai 

Am Abreisetag ging unser Bus bereits um 8 Uhr morgens. Um so lange wie möglich schlafen zu können zögerten wir das Aufstehen so weit wie möglich hinaus, was uns am Ende fast noch zum Verhängnis wurde. Ein Grab Taxi sollte uns vom Hotel zum 20 Minuten entfernten Busbahnhof bringen. Anders als sonst hatten wir tatsächlich Schwierigkeiten einen Fahrer zu finden und als uns endlich einer zusagte, hatte er ausgerechnet auch noch eine Anfahrtszeit von  15 Minuten. Schlussendlich kamen wir erst um halb 8 vom Hotel los. Durch den starken Verkehr mussten wir bis zur Ankunft zittern, doch unser Rennfahrer brachte uns 7 Minuten vor Abfahrt zum Ziel. Dann noch schnell die Tickets am Schalter gelöst und ab zum Bus gerannt. Noch einmal Glück gehabt. 😊 10 Stunden später und 750km weiter nördlich haben wir uns dann in der Abendsonne in Chiang Mai wiedergefunden. Unser Hotel 99 The Gallery für die nächsten sieben Nächte liegt im sogenannten Altstadt-Quadrat der Stadt. Das Zimmer war zum Innenhof gerichtet und sehr sauber. Die Lage war jedenfalls ein super Ausgangspunkt, um die gesamte Stadt fußläufig erkunden zu können. Die ersten zwei Tage verbrachten wir damit durch die Straßen zu schlendern, kleine Lädchen, schöne Holztempel und Cafés zu entdecken und den Tag im Stadtpark ausklingen zu lassen. Eins stand schnell fest: Wir LIEBEN Chiang Mai! 🥰


Samstags findet in Chiang Mai der größte Nightmarket Nord-Thailands statt. -also nichts wie hin!😋 Es dauerte sage und schreibe zwei Stunden, um einmal die komplette Marktstraße inklusive der unzähligen Essengassen abzulaufen. Es gab sogar einen Stand mit deutscher Bratwurst! 😁 Hier fanden wir auch endlich unsere gewünschten Souvenirs. 

Für den Sonntag planten wir einen kleinen Rollerausflug. Zuerst ging es zum Royal Park Rajapruek. Auf dem riesigen Parkplatz angekommen wunderten wir uns schon, warum wir fast keinen Platz finden konnten. Vor dem Parkeingang tummelten sich hunderte Thais mit Blumen und Geldpräsenten. Unter ihnen erkannten wir schließlich einige Uniabsolventen in ihren traditionellen Roben. Dann war uns klar, dass sie wohl ihren Abschluss im Park zu feiern scheinen. Wir befürchteten das Schlimmste, stellten aber fest, dass sich die Feierlichkeiten nur auf den vorderen Seitenbereich des 112 Fußballfelder großen Parks beschränkten. Da der Park bereits 2006 eröffnet wurde, waren viele Stellen schon etwas heruntergekommen. Dennoch verbrachten wir ein paar schöne Stunden im Palmengarten, Lavendelfeldern und sogar einer Kakteenwüste. ☀️🌸🌺🪻

Auf dem Rückweg fuhren wir einen kleinen Umweg (wo wir trotz Google Maps noch mindestens zweimal falsch abbogen) zum sogenannten Coconut Market. Dort findet täglich auf einer Kokonusplantage ein kleiner Markt statt, wo viele Produkte zum Thema Kokosnuss angeboten werden. Wir entschieden uns für ein super leckeres frisches Kokosnusseis! 🥥🌴

Nach der Rollerrückgabe wollten wir uns auf den Weg zum Sunday Market machen. Auf dem Weg mussten wir, wie auch schon die Tage zuvor Straßenabsperrungen, frisch geteerte Straßen und erhöhtes Polizeiaufkommen umgehen. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch keinen blassen Schimmer, was sich bereits in weniger als einer Stunde auf der Kreuzung zum Sunday Market ereignen wird. Mit Blick die Straße hinauf fielen uns sofort die Stuhlreihen mit festlich gekleideten Thais auf beiden Straßenseiten auf. Scherzend, dass solch ein Aufriss doch wohl nur für den König betrieben werden kann, reihten wir uns mit einigen anderen neugierigen Touristen ein, um abzuwarten was passiert. Erfreut von unserem Interesse wurden noch schnell weitere Stühle angekarrt. Plötzlich saßen wir mitten im Geschehen und hörten nun auch eine Durchsage, dass tatsächlich das Königspaar auf dem Weg hierher sei. Langwierige 30 Minuten vergingen bis der königliche Rolls Royce samt Eskorte an uns vorbeifuhr. Keine Minute später bewegte sich der Großteil der Menschentraube dann auch Richtung Sunday Nightmarket. Sein Besuch galt wohl zu Beginn des neuen Jahres die Stadt zu segnen, weshalb uns einleuchtete, warum die Straßen extra erneuert wurden. Verrückt! Wer kann schon behaupten, dass er den König Thailands mal gesehen hat. 👑🇹🇭

Am Montag stand für uns ein Kochkurs auf der Smile Organic Farm auf dem Plan. Hierfür wurden wir bereits um 8:15 Uhr von unserem Kursleiter Chef Love abgeholt. Zuerst ging es auf einen lokalen Markt, auf dem er uns erste Kochzutaten zeigte. Anschließend fuhren wir 45 Minuten zur Farm. Wir konnten uns je ein Stir-Fried Gericht, Curry und eine Suppe aussuchen, die wir an dem Tag kochen wollten. Alle Gerichte waren als vegetarische Option mit Tofu möglich und so entschieden wir uns gemeinsam für Pad Thai, ein Khao Soi Curry und die Coconut Milk Soup. Im Verlauf der nächsten vier Stunden ernteten wir frische Kräuter aus dem Farmgarten, mörserten unsere eigenen Currypasten und kochten die gewählten Gerichte an individuellen Wok-Stationen. Nach jedem Gang gab es ein gemeinsames Essen. Mit vollen Bäuchen und einem digitalen Kochbuch im Gepäck wurden wir anschließend zurück in die Stadt gefahren. Es hat uns super viel Spaß gemacht und so lecker geschmeckt, sodass wir alle Gerichte auch definitiv nach unserer Reise kochen wollen. 🌶️🍜🫛🥢

Während unserer weiteren Reiseplanung haben wir zufällig herausgefunden, dass es in der Nähe von Chiang Mai wilde Gibbon Affen gibt. Da wir noch nie freilebende Menschenaffen gesehen haben, entschieden wir uns, diesen Ausflug in das 60km entfernte Bergdorf Mae Kampong zu machen. Die gebuchte Tour umfasste:

  • eine lokale Wanderung mit Pflanzenkunde
  • ein Kaffee nach Wahl mit Bohnen aus dem Dorf
  • eine Wanderung zum Mae Kampong Wasserfall
  • eine Rundführung im Dorf mit Mittagessen
  • eine Möglichkeit Gibbon Affen zu beobachten (sofern sie da sind)

Unsere Gruppe bestand neben uns beiden und unserer goldigen Reiseführerin TK aus zwei weiteren Pärchen aus Österreich und der Schweiz und einem Amerikaner. Die Wanderung zu den Gibbon Affen findet häufig bereits zu Beginn der Tour statt, da sie sich meist morgens in der Nähe des Dorfes aufhalten. Leider teilte uns TK noch während der Fahrt ins Dorf mit, dass sie am Morgen noch nicht gesichtet wurden und wir unser Glück am Nachmittag versuchen würden. Bei der lokalen Waldwanderung begleitete uns zusätzlich noch Mr. Boon, ein älterer Herr aus dem Dorf, der uns viele unterschiedliche Pflanzen zeigte und uns aus verschiedenen Blättern Tiere flochtete. Bei einem Zwischenstopp in einem Café auf dem Berg mit Blick über das Dorf entschieden wir uns für einen Americano Kokosnuss und einen Americano Passionsfrucht. Diese Kombination aus Kaffee und frischem Fruchtsaft ist typisch für den thailändischen Norden und schmeckt überraschend gut, obwohl die Kaffeeröstung aus dem Dorf sehr intensiv und etwas zu bitter ist. Nach der kurzen Erholung ging es auf dem Weg hinunter zum Dorf durch den Wald an einem Wasserfall entlang, wo wir für ein paar Bilder einen Stopp einlegten. Unten angekommen kehrten wir in einem Restaurant mit lokalen Spezialitäten ein. Wir entschieden uns für ein Panang-Curry und einem Gemüsegericht aus der Region. Als uns TK während des Essens erneut mitteilte, dass die Affen noch nicht gesichtet wurden und wir dennoch gleich auf gut Glück zum Beobachtungspunkt aufbrechen würden, war die Stimmung der Gruppe etwas getrübt.

Kaum zu glauben! Auf der gerade einmal 5 minütigen Autofahrt wurde TK plötzlich angerufen, dass zwei der drei Gibbons aufgetaucht sind. Schnellen Schrittes eilten wir den Waldweg zur Lichtung hinauf. Und da waren sie! Es handelte sich um ein Pärchen und TK erklärte uns, dass Gibbons sich nur einen Partner fürs Leben aussuchen. Die nächsten 20 Minuten beobachteten wir die Beiden beim Essen und Entspannen in den Bäumen. Diese Erfahrung war wirklich besonders und wir waren wirklich glücklich, dass wir die Gibbons noch sehen konnten!

Den letzten Tag verbrachten wir mit essen in unseren Lieblingsrestaurants und kniffeln im Stadtpark, bevor es am Abend wieder Rucksackpacken hieß. Am darauffolgenden Morgen ging es -diesmal mit etwas mehr Puffer 😅- vom Busbahnhof um 11 Uhr mit dem Bus nach Chiang Rai.

Von Chiang Rai und zeitgleich unserem letztem Stopp in Thailand berichten wir im nächsten Blog!

Kristin & Lukas


2 Kommentare

  1. Es hat sich doch gelohnt in den Norden von Thailand zu gehen. Was ihr beiden schöne Dinge erlebt habt, einfach toll. Euch zu begleiten, macht großen Spaß:-)

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