Weihnachten und Neujahr mal anders

Nach unserer „Zwischennacht“ in Bangkok ging es für uns gleich am nächsten Morgen wieder vier Stunden mit dem Minivan an die Küste von Rayong. Die Provinz Rayong liegt an der Ostküste des Golfes von Thailand. Direkt vor unserer Haustür befand sich eine ruhige Küstenlinie mit menschenleeren Stränden und vorgelagerten Inseln. Das Ban Phe Pier verbindet das Festland mit der Insel Koh Samet, die wir auch für drei Tage besuchten.

Weihnachten in Rayong

In Amy’s Apartment direkt am Meer hatten wir uns bereits vor einigen Wochen mit Udo passend zu Weihnachten verabredet. Nachdem Kristin gerade mal eine halbe Stunde mit ihrem Papa wiedervereint war, hing sie den restlichen Tag auf und über der Schüssel. Wie sich am nächsten Morgen herausstellte, hatte sie sich vermutlich, wie vier unserer Freunde aus Koh Tao, mit dem Norovirus infiziert. Wir waren trotz der unschönen 12 Stunden froh, dass es nicht schon im Bus auf dem Reiseweg eingesetzt hat. So gingen Lukas und Udo am ersten Abend alleine auf Erkundungstour und fanden circa 15 Minuten entfernt ein schönes Lokal für unseren anstehenden Weihnachtsabend.

Am nächsten Tag stand plötzlich Weihnachten vor der Tür. Dieses Jahr definitiv mal ganz anders. Anstelle roter Lichter, geschmückten Bäumchen und Frost hatten wir einen warmen Tag bei 30 Grad mit traumhaft schönem Sonnenuntergang und sehr leckerem Abendessen. Kristin wagte sich an eine Pizza auf ihren leeren Magen, Udo gönnte sich ein Steak mit Pommes und Lukas blieb beim traditionellen Thai Red Curry. (An dieser Stelle auch nochmal vielen Dank für die Einladung zum Essen Papa. 🥰🎅🏽) Wir ließen den Abend gemütlich ausklingen und schlenderten entspannt zurück zu unseren Apartments. Der Plan für den 25. war ein schönes Weihnachtsfrühstück im Café STAY mit anschließendem Strandtag. Den gesamten Strandabschnitt hatten wir für uns alleine und mit diesem entspannten Programm konnte Kristin sich auch vollständig erholen. Abends wollten wir dann zum Sonnenuntergang in den 15 Minuten entfernten Nationalpark fahren. Gerade mit unseren Rollern dort angekommen, wollten sie uns 200 Baht pro Person abknüpfen, weshalb wir dankend abgelehnten und uns ein süßes Strand-Restaurant direkt daneben aufsuchten. Auch wenn es mehrere Komplikationen bei der Essensbestellung gab und Lukas nach einer Stunde Wartezeit fast verhungert wäre, hat es für den Sonnenuntergang alle Male ausgereicht.

Am nächsten Morgen stellten wir fest, dass wir mit unserer Planung alles richtig gemacht haben, denn es war bewölkt -also perfekt für unseren Rollerausflug. Wir wollten die Gegend rund um Rayong etwas weitläufiger erkunden und entdeckten auf Google Maps drei große Seen in circa einer Stunde Entfernung. Also schwangen wir uns auf die Scooter, frühstückten erneut eine Kleinigkeit im STAY und düsten los. Dort angekommen stellte sich heraus, dass es eine riesige moderne Anlage mit gepflegten Gärten, einer Schafsherde und einem tollen Café ist. Wir verbrachten dort den halben Tag und konnten auf Informationstafeln herausfinden, dass die Anlage der Forschung für Landwirtschaft dienen soll. Wir saßen letztendlich über zwei Stunden bei einem saftigen Stück Kuchen und einer Tasse Tee in dem zugehörigen Café und ließen den zweiten Weihnachtsfeiertag an uns vorüberziehen.

Zwischen den Jahren auf Koh Samet

Die kleine Insel Samet liegt direkt vor der Küste am Ban Phe Pier. Wir dachten uns, wenn wir schonmal so weit im Osten sind, müssen wir wenigstens mal rüberfahren. Nachdem wir uns gleich früh morgens zum Pier begaben und Lukas sich für die angeblich einstündige Fährenfahrt gerade eine Tablette gegen Seekrankheit eingeschmissen hatte, saßen wir plötzlich schon in einem Speedboot. In nicht mal 15 Minuten kamen wir auf der Insel an. 😁 Nicht nur die Tablette war umsonst, sondern auch das frühe Aufstehen. Wir mussten noch drei Stunden warten bis wir unsere Bungalows in Minnie’s Seaview Resort beziehen konnten. Zudem stellte Lukas fest, dass er noch den Schlüssel von Amy’s Apartment in seiner Hosentasche hatte… Immerhin war es leicht bewölkt und wir konnten an unserem netten kleinen Strandabschnitt verweilen. Gleichzeitig regelten wir die Schlüsselsituation und Udo machte sich zu Fuß auf den Weg zur anderen Seite der Insel. Bei seiner Rückkehr berichtete er uns, dass es dort am Strand total überlaufen sei und wir besser am nächsten Morgen auf unserer Seite ein paar Buchten erkunden sollten. Am frühen Abend bummelten wir über die Hauptstraße. Zu unserer Enttäuschung war das Essensangebot insgesamt leider etwas mau. Zurück bei Minnie’s spielten wir immer Kniffel oder Karten und ließen die Abende langsam ausklingen.

Den kommenden Tag verbrachten wir wie geplant am Noi Naa Strand. Erst konnten wir die letzten Meter des Weges nicht finden, da die Straße durch eine Baustelle abgesperrt war. Scheinbar waren wir nicht die Einzigen, die sich dadurch haben abgeschreckt lassen, denn keine Menschenseele war an diesem wunderschönen Strandabschnitt zu sehen. Ein großer Baum spendete genug Schatten für uns drei und wir chillten den ganzen Tag an unserem Privatstrand. Jazz Musik über unsere Bluetooth Box, ein kalter Smoothie zwischendurch und nur das Rauschen der Wellen – was will man mehr! 🎵 🌊🥤

Am nächsten Morgen sollte es zum Frühstück ins Brown Cabin Café gehen. Eine kleine grüne Oase mit den leckersten Croffles (Croissant Waffeln), die wir auf dem Rückweg vom ersten Strandtag entdeckten.

Gut gestärkt mieteten wir uns für den letzten Tag einen Roller, um den Südzipfel der kleinen Insel besser erreichen zu können. Um uns etwas Geld einzusparen spielte Kristin dabei den Chauffeur. Erst hieß es Lukas zum Ao Wai Strand fahren, anschließend wieder eine halbe Stunde zurückgurken und ihren Papa aufsammeln. Immerhin hat es sich gelohnt und der Strand war wirklich schön, sodass wir bis um 17 Uhr dort verweilten.

Silvester in Bangkok

Am 30. Dezember machten wir drei uns auf den Weg nach Bangkok. Erst mit dem Speedboot zurück zum Festland und dann erneut mit dem Minivan zurück in die Millionenstadt. Hier trennten sich unsere Wege dann vorerst und wir verabredeten uns zum Neujahrsbrunch am 01. Januar. Nachdem wir im Swana Hotel eingecheckt hatten, beschlossen wir die Stadt zu Fuß zu erkunden. Wir wollten den Weg zum Fluss Chao Praya auskundschaften, um ein Plätzchen für das Silvesterfeuerwerk zu finden. Der Spaziergang durch die Abendsonne war wunderschön. Alle Tempel und Gebäude waren orange-rot angeleuchtet und am Fluss angekommen konnten wir die letzten Züge der untergehenden Sonne beobachten. Gleich in unmittelbarer Nähe sahen wir eine Brücke mit angelegten Blumenbeeten und Treppenstufen zum Sitzen. Da wussten wir direkt: Das soll morgen unser Silvester-Plätzchen werden. 😊 Auf dem Rückweg liefen wir über die berühmte Khao San Road mit ihren vielen Verkaufsständen, Bars und Trubel, ließen uns aber nichts andrehen. 😁

Am nächsten Morgen wollte Kristin gerne nördlich von Bangkok zur Mahidol University fahren, an der sie vor genau fünf Jahren ein Semester studiert hat. Das Taxi brauchte nicht mal 30 Minuten und schon standen wir vor ihrem Studentwohnheim The September Salaya. Es war richtig cool nach doch so langer Zeit wieder dort vorbeizuschauen. Leider war die Enttäuschung groß, als sie feststellte, dass es „Curry Mama“ nicht mehr gibt (ein Restaurant einer liebenswerten älteren Frau, die die besten Currys mit Reis gekocht hat). So wurde das leider nichts mit dem Mittagessen. Wir liefen die Straße entlang bis zum Uni Campus und fuhren anschließend wieder zurück ins Zentrum. Nach einem kurzen Stopp im größten Apple Store Süd-Ost-Asiens, um Kristins verlorenen Kopfhörer zu ersetzen, hieß ab zum Lumphini Park. Dort konnten wir am Wasser und im Schatten der Mittagshitze entfliehen. Das ganze Grün vor den modernen Wolkenkratzern erinnert ein bisschen an den Central Park in New York, nur dass es in Nordamerika keine Riesenwarane gibt, die plötzlich aus dem Wasser auftauchen.

Mit der Metro ging es für gerade mal 80 Cent zurück zum Hotel, um sich noch ein bisschen auszuruhen. Um 21 Uhr machten wir uns dann auf den Weg zum Fluss mit einem Stopp im Supermarkt, um ein paar Snacks und Getränke einzukaufen. Wir haben auf der Brücke einen super Platz ergattert, sodass wir das Feuerwerk über der Skyline von Bangkok auf der einen Seite und die Drohnen Show über dem Wat Arun Tempel auf der anderen Seite perfekt sehen konnten. Um 00:00 Uhr hieß es dann „Happy New Year in AMAZING Thailand“. Das Feuerwerk wird in Bangkok von der Stadt an dem ICON Einkaufszentrum und dem Wat Arun Tempel organisiert. Die ganze Lichter- und Drohnenshow dauerte eine gute Viertelstunde und dann war das Spektakel auch schon wieder vorbei. Generell müssen wir sagen, dass der Silvesterabend sehr harmonisch und ruhig abgelaufen ist. Das Feuerwerk über dem Fluss und der Skyline von Bangkok war spektakulär und wir hatten einen super Abend.

Am nächsten Morgen gingen wir wie verabredet mit Kristins Papa zum Brunch. Das Duklong Café direkt am Wasser sieht sehr französisch aus und hatte super leckere Köstlichkeiten zu bieten.

Nach einem weiteren Abstecher zur Khao San Road und einem letzten Smoothie im My Darling hieß es nun Abschied nehmen für ein weiteres Jahr. 😖 Udo reist nun weiter nach Kambodscha und für uns geht es morgen mit dem Bus in den Norden nach Chiang Mai.

Wir wünschen euch ein frohes neues Jahr 2025 und hoffen ihr seid gut reingerutscht! 🎇🎆

Kristin & Lukas

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