Sri Lankas Löwen auf dem Fels und dem Feld: Sigiriya und Dambulla

Von Kandy ging es für uns zur letzten Etappe nochmal circa 90km nördlich zur antiken Königsstadt Sigiriya. Wenn ihr einen Fiat Panda kennt, könnt ihr euch sicher vorstellen, wie die dreistündige Fahrt in dem sogenannten Micro Panda für uns war. 😀

Sigiriya

Unsere Unterkunft lag verborgen im Wald mit einer wunderschönen Dachterrasse im dritten Stock. Das Zimmer war sehr geräumig und sauber. Zur Begrüßung haben wir einen „Willkommens-Smoothie“ erhalten und konnten bereits in der Ferne den weltberühmten Lions Rock erkennen.

Anschließend starteten wir mit einem Spaziergang in den Ort gemütlich in den Abend. Dabei haben wir ein kleines Lokal entdeckt, das Little Hut, in dem wir eine gute Portion Fried Noodles gegessen haben. Ausgelassen und mit vollen Bäuchen ging es für uns im Dunkeln zurück zur Unterkunft. Auf den letzten Metern des Waldweges schoss plötzlich unser Puls in die Höhe, als uns fünf Hunde aggressiv bellend hinterher gerannt sind. Wir konnten mit unserer Taschenlampe nicht so gut sehen, nur dass sie uns sehr nahe kamen. Zu unserem Glück wollten sie scheinbar nur ihr Grundstück verteidigen und ließen uns nach einigen Metern mit einem Schrecken davon kommen. Nach der warmen Dusche hatten wir uns gerade erst wieder beruhigt, als Kristin im Augenwinkel plötzlich etwas längliches in der Duschwanne erspähte. Beim genauen Hinschauen ertönte ein hektisches „HIER IST EINE SCHLANGE!!“. Lukas hechtete nach oben zur Dachterrasse, um schnell den Besitzer zu holen. Ausgestattet mit einer leeren Pringles Dose und einem Schraubenzieher kam er verwundert ins Bad und sagte, dass er hier vorher (angeblich) noch nie eine Schlange gesehen hat. Auch wenn er uns angeboten hat, das Zimmer zu wechseln, vertrauten wir seiner Aussage und gingen nach der Beseitigung der Schlange dennoch mit gemischten Gefühlen ins Bett.

Am nächsten Morgen ging es für uns verhältnismäßig früh, um 8 Uhr nach dem Frühstück, Richtung Lions Rock. Da das Wetter glücklicherweise mitspielte und der Himmel aufklarte, entschieden wir uns trotz der 35$ Eintritt pro Person den Fels zu erklimmen – denn wir werden in unserem Leben vermutlich nur einmal hier sein. 🙂

Nach der Ticketkontrolle ging es erstmal durch einen riesigen Garten, der 477 Jahre n. Chr. von Prinz Kasyapa angelegt wurde. Nachdem er seinen Vater stürzte, um sich die Thronfolge zu sichern, ließ er auf dem Felsen seinen Königssitz errichten, von dem heute noch die Grundmauern erhalten sind. Der Lions Rock selbst ist ein riesiger 200 Meter hoher Monolith mitten im Wald. Die Besonderheit dieser antiken Stätte liegt darin, dass sie mehrere Zisternen besitzt, um auch bei einer Belagerung mit ausreichend Wasser versorgt zu sein. Sigiriya ist mit dieser alten und guterhaltenen Infrastruktur aus Teichen und Wasserauffangbecken weltweit einzigartig.

Wir sind mal wieder unserer Lieblingsbeschäfitgung nachgegangen: Dem Treppensteigen. Insgesamt sind es 1200 Stufen bis nach ganz oben. Circa nach der Hälfte der zurückgelegten Strecke erreichten wir das Lions Gate. Die Löwentatzen, die aus dem Stein heraus gefertigt wurden, eröffnen den letzten Aufstieg, der durch sichere Metalltreppen ersetzt wurde. Von dort oben hatte jedenfalls nicht nur der frühere König, sondern auch wir eine atemberaubenden Aussicht.

Dambulla

Am zweiten Morgen brachte uns ein Tuk Tuk 30km östlich in die Stadt Dambulla. Nachdem unsere Unterkunft am Vortag spontan gecancelt wurde, waren wir sehr froh darüber, kurzfristig noch eine schöne Alternative bei einer super netten Familie gefunden zu haben. Von hier aus konnten wir unsere beiden Ziele gut zu Fuß erreichen. Nach dem Check In ging es auch direkt los zum ersten davon – dem Dambulla Höhlentempel. Wir haben gedacht, dass eine Höhle unter der Erde liegt, aber nein…auch hier ging es wieder etliche Treppenstufen hinauf auf einen Felsen. Wie auch beim Lions Rock hat sich der Aufstieg definitiv gelohnt. Wir haben einen so besonderen Tempel noch nie gesehen. Hinter insgesamt fünf Eingängen befinden sich wunderschön bemalte Höhlen mit unzählige Buddha Statuen. Diese Gebetsstätte ist eine der am besten erhaltenen Orte von Höhlenkunst weltweit und reicht zum ersten Jahrhundert v. Chr. zurück. Die Darstellungen in den fünf Räumen konzentrieren sich darauf, die Lebensgeschichte Buddhas und des Buddhismus zu erzählen.

Nach dem Tempelbesuch schlenderten wir noch ein bisschen durch die Stadt und kamen auch am größten Handelsumschlagsort Sri Lankas vorbei. Unser Tuk Tuk Fahrer erklärte uns auf dem Hinweg, dass dort täglich hunderte LKWs und Tuk Tuks, vollbeladen mit Gemüse und Obst, ein und aus fahren. Während unseres kleinen Rundgangs haben wir auch einen Laden gefunden, bei dem wir uns mit einer Sri Lanka Flagge für unser nächstes Tageshighlight ausstatten konnten.

Dambulla Handelsmarkt

Zufällig fand an diesem Abend nämlich das zweite von insgesamt drei internationalen Cricketspielen im Stadion von Dumballa statt und wir konnten noch zwei Tickets für in Summe gerade mal 12€ ergattern. Um 19 Uhr hieß es: Sri Lanka oder West Indies? Trotz der 179 zu 180 Niederlage im ersten Spiel zwei Tage zuvor, herrschte schon vor Spielbeginn ausgelassene Partystimmung in unserem Block. (Wir waren die einzigen Ausländer) 😀

Cricket ist eine Sportart, bei der ein Team mit dem Schlagen beginnt und versucht, eine möglichst hohe Punktzahl vorzulegen, sodass es das gegnerische Team im Anschluss mit ihrem Durchgang möglichst schwer hat, diese zu überbieten. Wie auch im ersten Spiel hat Sri Lanka die Auslosung gewonnen und angefangen. Sie legten mit 162 Punkten vor (also weniger als beim ersten Spiel), weshalb wir kurzzeitig dachten, dass das Spiel schon gelaufen ist. Entgegen unserer Erwartungen trumpften die Werfer von Sri Lanka auf und erzwangen bei gerade mal 79 Punkten das 10. Out des eigentlichen Favoriten und damit den frühzeitigen Überraschungssieg! Die Fans flippten aus und wir mit unserer Fahne in den Händen gleich mit.

Es war richtig cool, ein Cricketspiel auf höchstem Niveau live im Stadion anzuschauen und zu erleben, wie die Einheimischen ihren Sport feiern und leben. Alle waren super ausgelassen und freuten sich sehr, uns in ihrem Block zu haben. Cricket ist echt eine interessante Sportart und es hat sich sehr gelohnt! 🙂

Heute ging es für uns nach Kurunegala, um dort morgen den Zug zurück nach Colombo zu nehmen. Von dort aus geht es für uns am 18. Oktober weiter nach Malaysia. Wir melden uns in den kommenden Tagen nochmal mit einem Fazit zu Sri Lanka und unseren persönlichen Top und Flop Momenten.

Kristin und Lukas

2 Kommentare

  1. Wie schön 🥰
    Ich fühlte mich gerade 30 Jahre zurück versetzt 🫶
    Das ist sooo schön dort!

  2. Einfach nur wow😍🥰🤩
    Wie gerne würde ich als kleiner Floh mitreisen ❤️🤗

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