Auf den Spuren der Königreiche: Kandy und Gampola

Die letzte Etappe unserer langen Zugfahrt endete in Kandy: Und ja, die Stadt ist wirklich sehr belebt! Volle Straßen, viele Märkte, lautes Hupen von Bussen und „interessante“ Gerüche an der ein oder anderen Ecke… 😀

Kandy

Der englische Name Kandy leitet sich vom singhalesischen „Kanda uḍa raṭa“ ab und bedeutet im übertragenden Sinne, Königreich auf dem Berg. Bis die Region 1815 von den britischen Kolonialmächten übernommen wurde, herrschte hier auch der letzte König von Sri Lanka. Die Stadt ist umgeben von einer weitreichenden Berglandschaft, Regenwaldschutzgebieten und tiefhängenden Wolken.

Unsere Unterkunft liegt mitten im Geschehen und war ein idealer Ausgangspunkt, um die Stadt fußläufig zu erkunden. Gleich am ersten Tag machten wir uns auf den Weg zum See im Stadtzentrum und besuchten den dort gelegenen, weltberühmten Tempel of Tooth, Sri Dalada Maligawa. Laut der buddhistischen Überlieferung befindet sich im Inneren des Tempels ein Stück Eckzahn von Buddha. Der gesamte Tempelbezirk in der Stadt wurde daher 1998 zum UNSECO Weltkulturerbe ernannt. Zahlreiche Einheimische pilgern nach Kandy, um diesen Tempel zu besuchen.

In der Nähe des Bahnhofs liegt das Bogambara Gefängnis, was das zweitgrößte Gefängnis des Landes war und zudem ein Hochsicherheitstrakt. Es wurde 2014 geschlossen und ist seither öffentlich zugänglich. So wie die Zellen von Innen aussehen, mag man sich gar nicht vorstellen, wie das Leben dort für die Insassen gewesen sein muss – jedenfalls ein gruseliger, aber auch interessanter Ort.

Am zweiten Abend schauten wir uns eine kulturelle Tanzshow an. Dort wurden mehrere traditionelle Tänze gezeigt, die teilweise im Süden des Landes noch Bestand haben. Sie werden beispielsweise zur Gottesverehrung, einer guten Erntezeit oder damals für Krieger aufgeführt. Davor haben wir uns auf einem lokalen Food Market, dem Hela Bojun Hala, die Bäuche vollgehauen. Für umgerechnet 30 Cent pro Soja-Burger, konnten wir auch nicht widerstehen uns einen Nachschlag zu gönnen. 🙂

Die letzte Attraktion ist eigentlich nicht zu übersehen: Eine riesige Buddha Statue, die die ganze Stadt überblickt und auch von jedem Punkt aus zu sehen ist. Kandy ist für seine Offenheit gegenüber Religionen bekannt. Die Könige Sri Lankas waren eng verankert mit den Buddhisten, aber ließen auch Freiraum für das Christentum und den Islam. Deshalb sind in der ganzen Stadt Tempel, Kirchen und auch Moscheen zu finden.

Diese Religionsoffenheit ist auch die perfekte Überleitung zu unserem Tagesausflug in das alte Königreich Sri Lankas.

Gampola und der Ambuluwawa Tempel

Bis zum 13. Jahrhundert lag das Königreich Sri Lankas rundum die Region Gampola. Die Stadt befindet sich heute circa 25km süd-westlich von Kandy. Auf dem höchsten Berg wurde ein großer weißer Turm, der Ambuluwawa Tower, auf einer Tempelanlage errichtet. Mit seinen 48 Metern ist er auch schon vom Fuß des Berges aus zu erkennen.

Vor dem Turm befindet sich eine gepflegte Gartenanlage, die auch als biodiverser Park einen Schutzraum für Tier- und Pflanzenwelt bietet. Dort wurden ebenfalls von dem damaligen König eine christliche Kirche, ein hinduistischer Tempel und eine Moschee errichtet. Dieser Ort sollte für alle zugänglich sein und bietet auch heute in alle Himmelsrichtungen eine atemberaubende Aussicht auf die Berglandschaften. Wir hatten wirklich Glück mit dem Wetter und eine freie Sicht bis weit hinter Kandy! 🙂 Zuletzt haben wir in einem Café die tolle Aussicht genossen und sind dann mit einem Tuk Tuk wieder zurück zu unserer Unterkunft gefahren.

Uns hat es jedenfalls sehr gut gefallen und wir sind froh, dass wir uns für die letzten vier Nächte hier niedergelassen haben. Morgen früh geht es nochmal nördlicher zur letzten Etappe nach Sigiriya und Dambulla.

Drückt uns die Daumen, dass es hoffentlich wenig regnen wird!
Kristin und Lukas

2 Kommentare

  1. Wunderschöne Erlebnisse!
    Im Zahntempel waren wir vor über 30 Jahren auch , fand ich damals sehr beeindruckend
    Sigiriya haben wir auch gesehen und ich drücke besonders die Daumen, dass es nicht regnet. 🤗LG

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