Wieder auf Achse nach Pakse
Pünktlich um 20 Uhr startete unser nächtliches Abenteuer mit dem Nachtbus nach Pakse. Zu unserer Verwunderung starteten circa 15 Doppeldeckerbusse gleichzeitig mit dem gleichen Ziel. Aus diesem Grund kam es immerhin (in unserem Bus) zu keiner Überbuchung. Unser „Doppelbett“ befand sich oben ganz vorne links. Glücklicherweise hatten wir das einzige Bett mit einem um 20cm verlängerten Fußraum, was insbesondere Lukas zu Gute kam. 🤪 Inklusive Verlängerung war unsere gemeinsame Liegefläche etwa 70 x 175cm groß. Wir stellten fest, dass Alleinreisende, sofern sie sich nicht zwei Tickets kauften, einfach mit einer fremden Person in solch ein Bett gesteckt wurden – Gottseidank konnte uns das nicht passieren. Die angekündigten 13 Stunden vergingen wortwörtlich wie im Flug, denn unser Fahrer drückte so sehr aufs Gas, dass wir nicht nur fast abhoben, sondern auch 3 Stunden früher in Pakse ankamen. Trotz regelmäßiger Wachrüttler konnten wir immer wieder für eins zwei Stündchen die Augen zu machen. Die verfrühte Ankunft im Morgengrauen um 20 vor 6 war da tatsächlich das einzig Negative an unserer langen Busfahrt.




Auf Verdacht gingen wir los zu unserer Unterkunft DD Guesthouse und trafen tatsächlich auf den Besitzer. Doch anstatt uns willkommen zu heißen, knipste er uns einfach nur verschlafen das Licht aus. Immerhin konnte er uns auf unsere Nachfrage hin mit einem kurzen Nicken bestätigen, dass wir unser Gepäck dort lassen können. Na vielen Dank auch.



Somit blieb uns nichts anderes übrig, als pünktlich zur Ladenöffnung um Punkt 6:30 Uhr beim Café Amazon auf der Matte zu stehen. Die Mitarbeiter, die noch mit putzen beschäftigt waren, dachten sich darauf hin wohl auch: Na vielen Dank auch! 😂 Nach zwei Stunden wechselten wir dann zum Frühstücken in das Café Meiling, wo wir eine weitere Stunde totschlagen konnten, bis wir dann endlich um 11 Uhr unser Zimmer beziehen durften. Frisch geduscht hauten wir uns erstmal ein paar Stunden aufs Ohr. 😴 Am Nachmittag erkundeten wir die Stadt Pakse wie gewohnt zu Fuß. In der Stadt selbst gibt es leider nicht viel zu sehen, weshalb wir uns unseren neuen Lieblingseisladen Mixue als Ziel setzen. Mit einem Eis in der Hand spazierten wir entlang des Mekongufers zurück. Nach dem anschließenden Abendessen fielen wir trotz Mittagsruhe müde ins Bett.



Für den nächsten Tag mieteten wir uns einen Roller, um den 50km entfernten Tad Gneuang Wasserfall zu erkunden. Die Straße dorthin war erstaunlicherweise in gutem Zustand und wenig befahren. Beim Wasserfall angekommen, fanden wir eine schöne gepflegte Anlage mit einem kleinen Restaurant vor. Oberhalb des Wasserfalls verlief ein schöner Flussabschnitt mit viel Wiese und Wald drumherum. Nach einem kurzen Blick kletterten wir jedoch die Treppenstufen zum Wasserfall herunter, bevor die ganzen Touristenbusse eintrafen. Unten angekommen hatten wir einen wunderschönen menschenleeren Blick, sodass wir uns ein sonniges Plätzchen suchten und dort einfach für eine halbe Stunde verweilten. Als es nach und nach voller und uns ohnehin langsam zu heiß wurde, machten wir uns wieder auf den Weg zum Restaurant, um uns einen Smoothie zur Abkühlung zu gönnen. Bevor wir wieder zurückfuhren, erkundeten wir noch den Fluss und genossen die Stille am Wasser.



Natürlich wurde auf dem Heimweg wieder ein Eisstopp bei Mixue eingelegt. Nachdem wir den Roller zurückgegeben hatten suchten wir einen Kopier-Shop, um unser Kambodscha Visum auszudrucken – zum Glück mit Erfolg. Anschließen gingen wir aufgrund mangelnder vegetarischer Angebote in Pakse, trotz einstündiger Wartezeit am Vorabend, in dasselbe Restaurant. Immerhin ging es beim zweiten Mal schneller und war auch sehr lecker.
Don Det, Don Det, wir fahren nach Don Det!
Am nächsten Morgen sollten wir spätestens um 9 Uhr abgeholt werden, um nach Don Det zu fahren. Fast pünktlich wurden wir auch 10 Minuten später eingesammelt. Leider waren wir noch nicht die Letzten und mussten weitere Leute in der Stadt abholen. Als der Kofferraum ohnehin schon mehr als vollgepackt war und noch zwei weitere Plätze im Minivan frei waren, befürchteten wir nichts Gutes. Ausgerechnet machten wir plötzlich vor einem sehr noblen Hotel Halt, wo bereits ein recht korpulenter Mann mit seiner Frau und zwei fetten Hartschalenkoffern wartete. Nachdem der Fahrer bereits 20 Minuten überlegte, wie er die Koffer unterbringen sollte und die zwei schon kurz davor waren freiwillig nicht mitzufahren, fing das große Umpacken an. Rucksäcke wurden in den Mittelgang und Fußraum verladen, damit die zwei großen Koffer hinten Platz finden konnten. Als sie nun endlich eingestiegen waren stellte die Frau fest, dass es auf ihrem Platz keinen Anschnallgurt gab, woraufhin sie empört ausstieg und nicht mitfahren wollte. Kommentarlos folgte ihr Mann und wir konnten nur schmunzeln. Also Koffer wieder ausgeladen, die Rucksäcke nicht wieder in den Kofferraum zurückgeräumt und dann ging es mit über 30 Minuten Verzögerung ohne das Ehepaar Richtung Don Det. Wie es kommen musste, konnten die zwei Plätze nicht bis zum Ende frei bleiben und wir fuhren auf halber Strecke eine halbe Stunde Umweg, um noch zwei Männer einzusammeln. Am Pier angekommen wurden wir wie immer von A nach B und von B nach C geschickt, um ein Papierticket gegen ein weiteres einzutauschen – die lieben hier Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. 😂 Kurze Zeit später wurden wir von einer Nussschale abgeholt und zur Insel geschippert. Aus angekündigten zwei Stunden wurden mal wieder vier und wir kamen um 13:30 endlich im Mekong Paradies 4000 Islands an. Im Nu war unsere schlechte Laune verfolgen, denn der Ausblick über die vielen kleinen grünen Inselchen ist wirklich einmalig.



Nachdem wir in unsere Unterkunft Mama Leurths Guesthouse eincheckten, spazierten wir über die Insel. Dabei nahmen wir direkt die entspannte Inselatmosphäre wahr, entdeckten viele süße Restaurants am Flussufer und uns liefen immer wieder kleine Kuhherden mit niedlichen Kälbern und sogar eine Bande von Babyschweinchen vor die Füße. Leider waren sie jedoch sehr schreckhaft, sodass eine Streicheleinheit ausblieb.





Für den nächsten Tag liehen wir uns zwei Fahrräder, um bis auf die Nachbarinsel Don Khon zu fahren. Glücklicherweise sind sie aufgrund der alten Eisenbahnstrecke mit einer Brücke verbunden. Auf der anderen Seite angekommen folgten wir den Schildern bis zum Liphi Mekong Wasserfall. Vom Parkplatz aus ging es durch einen Bambuswald bis zu einer großen Holzplattform direkt am Rande der Mekongfälle. Kristin startete direkt mal die Drohne und mit dem Blick von oben konnten wir die riesigen Wassermengen entlang der großen Felsen erst so richtig erkennen. Die Sicht von oben auf dieses außergewöhnliche Naturspektakel war wirklich faszinierend und hätte auch aus einer Naturdoku stammen können. 😊




Weil uns die Wasserfälle so beeindruckt haben, beschlossen wir nach einer kurzen Mittagspause, auch die kleineren Mekongfälle auf der anderen Seite der Insel auszuchecken. Auf dem Weg dorthin legten wir einen Stopp am südlichsten Zipfel der Insel, dem Old French Port, ein. In diesem Flussabschnitt lebte bis 2022 tatsächlich noch ein verbliebener Süßwasser Irrawady Delfin. Leider sind sie seither in Laos ausgestorben und es gibt nur noch knapp unter 100 Exemplare in einem kleinen Ort in Kambodscha. Trotzdem hat sich die Aussicht gelohnt, denn man kann von dort aus bereits die Hügellandschaft auf der anderen Flussseite in Kambodscha sehen.



Weiter ging es zu den Pa Soy Wasserfällen! Diese sind zwar deutlich kleiner, aber haben uns dennoch gut gefallen. Wir konnten sogar auf den Felsen ganz nah ans Wasser klettern und die großen Wassermengen aus nächster Nähe beobachten. Darüber hinaus war viel weniger los und man hatte seine Ruhe – abgesehen von dem lauten Wasserrauschen natürlich. 😅 Damit endete unsere Fahrradtour und wir machten uns mit langsam schmerzendem Hintern vom harten Sattel auf den Weg zurück zur Unterkunft.

Am nächsten Tag stand Erholung auf dem Programm. Während unserer Fahrradtour entdeckten wir einen ruhigen Badestrand auf unserer Inselseite, der perfekt dafür schien. Gesagt getan, schwangen wir uns erneut auf die Drahtesel. Es schien als würde dieser Flussabschnitt von einer kleinen Familie gepflegt werden, denn es gab sogar Strandmatten mit kleinen Tischen und einem zugehörigen Restaurant. Beim leichten Plätschern des Flusses kniffelten wir einige Runden (die Kristin alle gewann 😂) und kühlten unsere Beine immer wieder im überraschend eiskalten Wasser ab – zum Baden hat es dann doch nicht gereicht. 🥶



Für unseren letzten Abend in Laos beschlossen wir eine Kanufahrt zu zweit beim Sonnenuntergang zu machen. Wir konnten uns ganz unkompliziert ein Doppelkanu leihen und drauf los paddeln. Wir fuhren zwischen vielen grünen Inselchen hindurch, der langsam untergehenden Sonne entgegen. Perfekter hätte die Zeit auf Don Det nicht enden können. Friedlich ließen wir uns von der leichten Strömung wieder zurück zur Insel treiben und konnten dabei den Anblick des tief orangefarbenen Sonnenuntergangs genießen.
Don Det, es war mehr als nur nett! 😊



Nach dem anfänglichen Chaos im Norden und unserer Skepsis Laos gegenüber ging es ehrlicherweise seit Luang Prabang langsam bergauf. Mit Don Det endete unser Aufenthalt jedenfalls mit einem absoluten Highlight unserer bisherigen Reise. Die 4000 Inseln mitten auf dem Mekong sind wirklich einzigartig. Doch dass wir Laos in unserem Leben ein zweites Mal besuchen werden ist eher unwahrscheinlich! 🙃
Am 31. Januar ging es für uns mit dem Bus und einem neuen Grenzübergang nach Siem Reap in Kambodscha! Obwohl wir uns für den Transfer extra ein kambodschanisches Busunternehmen mit sehr guten Bewertungen rausgesucht hatten, war der Ablauf doch wieder eher typisch laotisch! Mehr davon in unserem nächsten Blog. 😅
Kristin & Lukas

