Am Morgen des 11. Mai ging es endlich los. Unser Ziel ist es, entlang des Highway No 1 einmal ganz Australien zu umrunden und nach Lust und Laune, die Orte zu erkunden, die uns gefallen. 😊 Für die erste Etappe hatten wir uns erstmal eine kürzere Strecke von ca. 250km vorgenommen bis kurz hinter Jurien Bay. Auf dem Weg dorthin machten wir Halt an der Pinnacles Dessert.





Hier hat die Natur über Millionenen Jahre hinweg säulenartige Felsformationen geformt, die umgeben von gelbem Sand sind. Nachdem wir eine Stunde hindurch spazierten und uns mit Brötchen gestärkt hatten, ging es weiter zum Sandy Cape Recreationpark. Ein kleiner Campingplatz, den nur eine Sanddüne vom Meer trennte und uns so gut gefiel, dass wir zwei Nächte dort verweilten. Den ersten Abend unseres bevorstehenden Abenteuers ließen wir bei einem wunderschönen Sonnenuntergang am Strand ausklingen.

Den darauffolgenden Tag verbrachten wir mit Strandspaziergängen, dem finalen Einrichten und Sortieren unseres Campers und einigen Kniffelpartien im Schatten, wodurch wir wieder genügend Energie für die nächste Etappe sammeln konnten.





Es ging weiter nördlich bis zur Stadt Geralton auf einen Café am Strand und einer kurzen Bummeltour durchs Städtchen. Zur Suche von Übernachtungsmöglichkeiten nutzen wir übrigens die App Campermate, die einem sowohl kostenlose als auch kostenpflichtige Stellplätze auf einer Karte anzeigt, da Wildcampen seit einiger Zeit kaum noch toleriert wird.
Für die folgende Nacht hatten wir einen kostenfreien Stellplatz am Stadtrand von Geraldton ausgewählt. Da es dort nur fünf dieser Plätze gibt und alle weiteren Camper auch von Rangern weggeschickt werden, machten wir uns nach der Bummeltour zügig auf den Weg. Glücklicherweise bekamen wir noch einen Platz und konnten tatsächlich bis in den späten Abend beobachten, wie viele weitere ihr Glück versuchten und zu spät kamen. Alle die dennoch außerhalb der markierten fünf Plätze Übernacht blieben, wurden gleich am nächsten Morgen um 6:30 Uhr von den Rangern mit einer 150$ Geldstrafe verwarnt.


Nach einer kurzen Runde Sport am Morgen und einer kalten Dusche danach machten wir uns wieder auf den Weg Richtung Kalbarri Nationalpark. Da wir dort gerne eine kleine Wanderung am Vormittag vor der Mittagshitze machen wollten, suchten wir uns einen Stellplatz circa 40km südlich vom Park. Hierfür entdeckten wir das familiengeführte Wagoe Chalet, wo wir einen wunderschönen ruhigen Platz unter Olivenbäumen mit Blick aufs Meer hatten.




Auf dem Weg dorthin lag die Hutt Lagoon, die auch pinker See genannt wird. Die Farbe kommt durch eine bestimmte Algen- und Bakterienart zustande, die sich in dem extrem hohen Salzgehalt des Wassers wohlfühlen. Es war wirklich surreal, insbesondere als wir nochmal einen Blick von oben mit der Drohne darauf warfen.




Im Kalbarri Nationalpark besuchten wir wie geplant am nächsten Morgen den Skywalk und anschließend einen kleinen Trail zum Nature‘s Window, einem natürlich entstanden Loch in einer Felswand.



So konnten wir uns auch zeitig wieder auf den Weg machen und unseren nächsten Stopp, den Shell Beach ansteuern. Dieser weitläufige weiße Strand besteht ausschließlich aus kleinen Muscheln und deren Überresten. Obwohl es wunderschön war und wir gerne länger geblieben wären, war es mit den ganzen Buschfliegen, die ständig in deinem Gesicht landen wollen, nicht aushaltbar. Jetzt ergab es auch Sinn warum hier jeder wie ein Idiot mit Netz über dem Kopf herumläuft und diese auch an allen Ecken verkauft werden.



So fuhren wir nochmal 10 Minuten weiter zu unserem nächsten Stellplatz, der diesmal weder Toiletten noch Sanitäre Anlagen hatte. Also testeten wir erstmalig, mitten in der Sandwüste, unsere eigene Outdoor-Dusche.🚿😂 Nach Einbruch der Dunkelheit konnten wir einen wunderschönen Sternenhimmel mit tausenden Sternen der Milchstraße sehen, bei dem selbst die Nachthimmel auf dem Segelboot nicht mithalten können. 🌌⭐️




Nach dem Frühstück bei Sonnenaufgang machten wir uns früh auf den Weg zum Coral Bay. Dies ist mit dem zugehörigen Nigaloo Reef ein beliebtes Urlaubsziel der Australier und so gönnten auch wir uns drei Nächte auf einer riesigen Campinganlage. Wir hatten echt Glück mit unserem Platz, da sich direkt gegenüber die Toiletten und Waschräume befanden und es sogar mehrere Geschirrspühlbecken gab. Auch wenn wir mehr als genug Platz in unserem Van haben und es uns an nichts fehlt, wirken wir neben den Australiern mit ihren riesigen Camping-Set-Ups immer etwas verloren. 😅 Jeder zweite hat sogar sein eigenes Boot zum Angeln dabei und manche reisen sogar in großen LKWs.

Wir verbrachten ein paar wunderschöne Tage, gingen erstmals in Australien im (für uns eiskalten) Meer baden und spielten auf dem Campingplatz auch mal eine Runde Tennis. Obwohl Kristin schon lange kein Tennis mehr gespielt hatte, reichte ihr Können noch alle Male, um den Neuling Lukas alt aussehen zu lassen. 😎🎾



Am 19. Mai setzten wir unsere Fahrt Richtung Nord-Osten fort. Hierfür verließen wir den Highway No 1 bei der Stadt Carnarvon für einen Abstecher zum Karijini Nationalpark im Landesinneren. In der Kleinstadt Tom Price nächtigten wir erneut zwei Tage auf einem Campingplatz. Während die bisherigen Straßen durch offene weite Steppen und immer mal wieder am Meer entlang führten, wurde die Landschaft nun immer rötlicher und felsiger, so wie man sich das Outback vorstellt.

Der Karijini Nationalpark ist besonders bekannt für seine tiefen Felsschluchten (Gorges), die teils mit Wasser gefüllt sind. So machten auch wir uns nach der ersten Nacht auf den Weg zum 60km entfernten Joffre Gorge. Die Wanderung über Felsen und Treppen hinunter in die Schlucht hat richtig Spaß gemacht, war jedoch leider kürzer als gedacht, weshalb wir noch in das 1 Kilometer entfernte Eco Camp wanderten, um dort einen Kaffee zu trinken.




Die zwei nächsten Tage verbrachten wir hauptsächlich auf der Straße. Erst ging es bis nach Port Hedland, wo wir nach einem Kaffeestopp wieder zurück auf den Highway 1 fuhren, um die Nacht auf einem kostenlosen 24-Stunden-Rastplatz zu verbringen. Auf diesen gibt es eigentlich immer Toiletten und ein paar Sitzmöglichkeiten.


Den selben Ablauf durchliefen wir am Folgetag, nur diesmal in Broome mit Kaffeepause direkt am Cable Beach am Meer.


Am 23. Mai begaben wir uns auf den Weg nach Kununurra, in die östlichste Stadt von West-Australien. Davon mehr im nächsten Blog! 😎
Jedenfalls gefällt uns das Camping-Leben in unserem kleinen Van richtig gut, wir schlafen meist super bei angenehm kühlen Temperaturen zwischen 15 und 10 Grad und haben uns bisher auch immer sicher gefühlt. Außerdem haben wir bereits drei wilde Emus und 10 Kängurus gesehen! 😊
Bis dahin!
Kristin & Lukas


Wow, sind das jetzt schon tolle Erlebnisse auf eurer ersten Route in Australien. So als echte Camper das Land zu erleben, macht bestimmt nicht nur riesig viel Spaß, sondern versprechen auch super interessante Blickwinkel auf Land und Leute. Ich bin begeistert von euren Eindrücke.👏. Weiter tolle Zeit in Down Under. 👍