Am Morgen des 23. Mai machten wir uns auf den Weg Richtung Kununurra. Da wir die bevorstehenden 11 Stunden Fahrt nicht an einem Tag bewältigen wollten, planten wir einen Zwischenstopp nach circa 600km am Eingang des Purnululu Nationalparks ein. Hier kamen wir sogar noch im Hellen an und konnten nach der langen Fahrt noch einen schönen Sonnenuntergang genießen.


Gerade aufgewacht, konnten wir aus dem Dachzelt direkt neben uns deutsche Stimmen hören. Die zwei Jungs, Valentin und Simon, sind noch ziemlich spät am Vorabend auf dem Rastplatz angekommen und wir kamen direkt ins Gespräch. Sie waren bereits in der Gegend rund um Kununurra und berichteten uns von abenteurlichen Fahrten mit ihrem Allrad (4 weel drive = 4WD) Auto auf unbefestigten Straßen. Im gleichen Zuge sagten sie uns, dass man den Purnululu Nationalpark ebenfalls nur mit einem 4WD Fahrzeug besichtigen kann und boten uns daher netterweise an, mit ihnen mitzukommen. Da wir ohnehin keinen Zeitdruck hatten und die Jungs wieder zu dem Parkplatz zurückfahren mussten, zögerten wir nicht lange und sagten zu! Kurze Zeit später saßen wir auf der Rückbank des 25 Jahre alten Toyotas mit über 500.000 Kilometern auf dem Tacho und fühlten uns zurück versetzt zu den steinigen Hoppelfahrten in Laos! 😂 Es ging wortwörtlich über Stock und Stein und durch mehrere Wasserlöcher bis tief in den Nationalpark hinein. Das Highlight des Parks sind die 250 Meter hohen Bungle Bungle Felsformationen, die schon mehr als 350 Millionen Jahre alt sind. Der Anblick war wirklich atemberaubend und definitiv ein Highlight von Nord Australien. Wir vier verstanden uns super gut und hatten einen tollen spontanen Tag und mussten uns leider nach circa fünf Stunden wieder voneinander verabschieden.




Für uns ging es am späten Nachmittag noch das letzte Stück bis kurz vor Kununurra durch die wunderschöne Kimberley Region. Mit den saftig grünen Wiesen, dichten Bäumen und der hügeligen Landschaft war es für uns persönlich bisher der schönste Streckenabschnitt. In der Abendsonne sah es fast schon ein bisschen episch und surreal aus, als auch plötzlich Wildpferde (Brumbies) in der Ferne davon galoppierten. 💚🌳🐴


Auf Empfehlung von den zwei Jungs ging es für uns am nächsten Tag nach einem kurzen Abstecher in Kununurra auf die nahegelegene Gibb River Road. Hier führen von der asphaltierten Hauptstraße mehrere unbefestigte Wege ab, die man mit einem 4WD Fahrzeug erkunden kann – was für uns leider ausblieb. Trotzdem konnten wir knappe 150km in das Gebiet hineinfahren und die tolle Landschaft genießen.



Auf dem Rückweg zum Highway 1 liegt ein großer Wasserfall, der Emma Gorge. Nach einer 30 minütigen Wanderung erreichten wir ein erfrischendes Wasserbecken, was wir auch direkt zu einer Abkühlung nutzen. Nach einem kurzen Frühstück in wunderschöner Natur, ging es zurück zum Auto und wir starteten Richtung Darwin in den Norden.



Ziemlich direkt hinter Kununurra überquerten wir die Grenze von West Australien ins Northern Territory. Hier mussten wir noch direkt am Highway unsere neu gekaufte Zucchini anbraten, da man kein frisches Obst und Gemüse mitnehmen durfte. Auf halber Strecke nächtigten wir an einem sogenannten Roadhaus, wo es Mitten im Nirgendwo Stellplätze, eine Tankstelle und ein kleines Lokal gibt.


Am 27. Mai kamen wir dann endlich in Darwin an. Da wir die letzte Woche fast ausschließlich auf kostenlosen Stellplätzen ohne warme Dusche und selten sauberen Toiletten verbrachten, gönnten wir uns zwei Nächte auf einer tollen Anlage in der Stadt. Mit 120.000 Einwohnern leben hier mehr als 50% der Bevölkerung des Northern Territorys. Bei heißen Temperaturen von tagüber bis zu 35 Grad ließen wir einfach mal die Seele baumeln, bummelten durch die Stadt und erkundigten uns im gleichen Zuge über den Litchfield Nationalpark. Auf dem Weg dorthin erspähte Kristin, sogar während dem Fahren über eine Brücke, unser erstes Süßwasser Krokodil! 🐊😍




Den ersten Halt machten wir bei den Berry Springs. Am frühen Morgen waren die natürlichen warmen Quellen noch nicht sehr stark besucht und wir gingen in Ruhe eine Runde baden. Nachdem wir im ruhigen Wasser eine große Echse sahen, entschieden wir uns lieber für den kleineren Bach mit Wasserfall.



Weiter ging es zu den Wangi Falls, wo wir auch unseren Campingplatz gebucht hatten. Hier wollten wir auch mit baden und entspannen den restlichen Tag verbringen. Leider war das Becken durch den gestiegenen Wasserspiegel und der erhöhten Gefahr von Salzwasserkrokodilen gesperrt. Etwas enttäuscht mussten wir spontan umplanen, was sich ohne Netz schwierig gestaltete. Auf einem Lageplan konnten wir sehen, dass die Florence Falls nur 30km entfernt liegen und es dort auch Bademöglichkeiten gibt. Hier hatten wir mehr Glück und konnten noch ein paar Stunden im frischen kühlen Wasser plantschen. 💦




Nach einer weiteren Nacht im Nationalpark reichte es uns dann auch mit der Hitze im Norden, da es selbst nachts nur auf 27 Grad „herunterkühlte“. 🥵Also entschieden wir uns, den bevorstehenden Weg von 2400km an die Ostküste so schnell wie möglich zu beschreiten. Insgesamt waren wir vier Tage und drei Nächte unterwegs und überquerten bereits am ersten Tag die Grenze nach Queensland. Bis auf einen überraschend schönen Badesee am zweiten Tag im Örtchen Richmond, wo wir sogar kostenlos duschen konnten 😎, war es landschaftlich ziemlich öde und es gab wirklich gar nichts zu sehen. Das stundenlange Fahren durchs Niemandsland war jedenfalls deutlich anstrengender als anfangs gedacht. Da wir die meiste Zeit keinen Handyempfang hatten und es mehrere hundert Kilometer keine Ortschaften oder Dörfer gab, durften wir nicht allzu viele Gedanken an mögliche Autopannen oder ähnliches verschwenden. Das wird einem dort erstmal richtig bewusst. 🫣 Zum Glück ist ja aber alles gut gegangen. 😊



Am letzen Tag fuhren wir vormittags allerdings mitten durch die Stadt Charters Towers, die Anfang des 20. Jahrhunderts ihre Blütezeit erreichte und als DIE Goldhochburg der Welt galt. 💰 Durch die erhaltenen Gebäude und Mienenschächte fühlten wir uns tatsächlich wie in der Zeit zurückversetzt. Wir verbrachten hier spontan drei Stunden auf Erkundungstour, lernten viel neues über Australiens Geschichte und erreichten anschließend 50km weiter Townsville an der Ostküste. 🥳








Nach den vergangenen Tagen, die wir fast ausschließlich hinter dem Steuer verbrachten, waren wir froh wieder zurück in der Zivilisation zu sein und wollten uns auch erstmal die Zeit nehmen richtig anzukommen. Von Townsville und unserem Ausflug auf die wunderschöne Insel Magnetic Island berichten wir euch in dem nächsten Blog!
Bis dahin!
Kristin & Lukas


Einfach nur toll, toll, toll. So stelle ich mir Australien vor. Aber immer schön aufpassen beim Badengehen in fremden Gewässern.