Vietnam-Beginn in Ho Chi Minh

Am 05. Februar fuhren wir mit dem Bus von Phnom Penh auf direktem Weg in 7 Stunden nach Ho Chi Minh. Diesmal war der Bus sogar pünktlich und auch am Grenzübergang verlief es recht reibungslos, sodass wir sogar noch unser letztes kambodschanisches Bargeld für eine neue SIM Karte loswurden. Am frühen Abend ging es nach dem Check-In im Apec Hotel direkt ums Eck zu unserem ersten Bánh Mì. Es war so lecker, dass wir nahezu jeden Tag mindestens einen Abstecher dorthin machten. Die ersten vier Tage in der Stadt gingen wir alleine auf Erkundungstour, besuchten das Vietnamkriegsreste Museum und probierten bereits einige traditionelle Cafés aus. Die ehemalige Stadt Sai (Dschungel) Gon (Baumwolle) wurde 1975 nach Kriegsende und Sieg der Kommunisten zu Ho Chi Minh Stadt umbenannt. Ihr gleichnamiger Anführer ist seither auch auf allen Geldscheinen abgebildet und es gibt mehrere Statuen von ihm zu sehen.

Am Abend des vierten Tages traf Kristins Papa Udo ebenfalls im Apec Hotel ein. Bei einem gemeinsamen Abendessen mit Pho Suppe tauschten wir uns über unsere Erlebnisse seit dem letzten Treffen an Neujahr in Bangkok aus. Dabei planten wir eine Saigon Bootstour und einen Ausflug zu den Cu Chi Tunneln des Vietnamkriegs für die Folgetage. Während wir eine Stunde über den Saigon River schipperten, fuhren wir am Landmark 81, dem mit 461m höchsten Gebäude Vietnams vorbei und bekamen generell ein paar interessante Informationen zu der Stadt.

Am darauffolgenden Tag ging es gleich morgens zu den 50km entfernten Cu Chi Tunneln. Nach einem für uns unerwarteten und vor allem langatmigen Stopp bei einer Behindertenwerkstatt erreichten wir nach fast drei Stunden endlich die Tunnel. Trotz der überlaufenen Anlage war es sehr beeindruckend und zugleich erschreckend, die engen und mehrstöckigen Tunnelsysteme der Vietcongs in echt zu sehen. Auch wenn wir alle drei zuerst skeptisch waren, trauten wir uns dennoch durch einen 20m langen Gang zu krabbeln. Kristin probierte ebenfalls einen originalgetreuen Geheimeingang aus. Durch die lauten Schüsse der Touristen-Schießanlage (die wir natürlich bescheuert fanden) konnte man sich im dichten Wald jedoch sehr gut in die ungewisse und unübersichtliche Situation der amerikanischen Soldaten hineinversetzen. In dieser Lage scheint es fast unmöglich, die uns präsentierten Fallen und Geheimeingänge als Ortsfremder zu erkennen. Auch wenn es sehr überlaufen und touristisch war, ist dieser Ausflug in unseren Augen schon ein Muss, um den Verlauf des Vietnamkriegs wirklich nachvollziehen zu können.

Am Morgen des 11. Februars freuten wir uns so sehr auf die Ankunft von Lukas Eltern, dass wir sie sogar am Flughafen abholten. Bevor wir ihnen die schönsten Ecken Ho Chi Minhs zeigten, ging es erst einmal zum Frühstücken in ein Café. Bereits nach wenigen Minuten waren beide überwältigt von dem regen Treiben in der Stadt. Die knapp 10 Millionen Einwohner bewegen sich fast ausschließlich auf Rollern fort und somit ist es eigentlich Standard, dass die zweispurigen Straßen von je einem Auto und daneben 4-6 Rollern befahren werden. Auch wenn es sehr hektisch wirkt, ist es sehr selten chaotisch und man schafft es auch ohne Ampeln, die Straßen durch die Rollerspuren zu überqueren. Beim ausgiebigen Frühstück wurden die ersten Eindrücke verarbeitet und unseren Reiseberichten der letzten Monate gespannt zugehört. Anschließend führten wir die beiden zu unseren Highlights der Stadt. Hierzu zählen neben den ganzen süßen Lädchen das alte Postoffice, das Café-Appartment, die Flusspromenade und der Ben-Thanh-Markt.

Abends verabredeten wir uns zum gemeinsamen Abendessen mit Udo auf dem Ben Nghe Streetfood Market bevor es am nächsten Tag für ihn schon wieder weiter ging. Es gab sogar einen authentischen thailändischen Stand, sodass vor allem Anke und Dirk auch mal in den Geschmack eines Green Currys und Mango Sticky Rice kommen konnten! 😋

Für den 60. Geburtstag von Dirk am darauffolgenden Tag hatten wir bereits eine Geburtstagstorte in einem kleinen Café um die Ecke vorbestellt. Ausgerechnet an seinem Ehrentag gab es eine Premiere – er verschlief zum ersten Mal in seinem Leben. Beide unterschätzten den Jetlag und stellten sich keinen Wecker, sodass sie von Lukas Klopfen aus dem Schlaf gerissen wurden. Noch im Halbschlaf freute sich Dirk sehr über die Tortenüberraschung und einen starken Kaffee zum Wachwerden. Nach einem gemütlichen Start in den Tag machten wir uns auf den Weg zum Bitexco Tower, um auf dem Skydeck über die gesamte Stadt blicken zu können. Anschließend nutzten wir das gute Wetter und ließen uns zu einem schönen Park am Flussufer fahren, bis es mal wieder Zeit für den nächsten Kaffee wurde. Im versteckten Tonkin Café zeigten wir den beiden den traditionellen vietnamesischen Egg Coffee. Diese Zubereitungsart, bei der Eigelb, Zucker und Kondensmilch aufgeschäumt und mit dem starken Robusta-Kaffee vermischt werden, stieß insbesondere bei Anke auf große Begeisterung. 😊☕️ Den Abend ließen wir, nach einem missglückten Ausflug zu Chinatown, erneut im Streetfood Market ausklingen.

Nach insgesamt acht ereignisreichen Tagen in Ho Chi Minh Stadt stiegen wir erstmalig seit Mitte Oktober wieder in einen Flieger. Um die begrenzte Zeit mit Anke und Dirk ausnutzen zu können, zogen wir den einstündigen Flug einer 13-stündigen Busfahrt vor.

Zu unseren nächsten beiden Stopps mit Lukas Eltern erfahrt ihr mehr im nächsten Blog!

Kristin & Lukas

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert