Siem Reap
Wie bereits angekündigt verlief der Transfer nach Siem Reap leider nicht nach Plan. Anstelle der angekündigten 8 Stunden dauerte es mal wieder 11. Wir mussten mit einem Ersatzbus zur Grenze gefahren werden, da unser Bus sich auf dem Weg nach Laos verspätete und warteten dann auch noch nach Grenzübergang weitere 1,5h auf ihn. Ansonsten können wir nur berichten, dass es wirklich unglaublich war, wie lange die Ausreise aus Laos dauerte… Mal wieder nur zwei Häuschen besetzt und hunderte Menschen aus verschieden Reisebussen, die anstanden. Mit einem einfachen Stempel war es hier leider nicht getan, denn man erhielt bei der Einreise auch gleich schon eine Ausreisekarte aus Papier, die ungefähr jeder Zweite nicht mehr bei sich hatte. Deshalb verlangten die Grenzpolizisten 5$ pro verlorenen Zettel und es gab viele Diskussionen. Nachdem wir nun endlich im richtigen Bus auf dem Weg nach Siem Reap saßen standen weitere 7 Stunden Fahrt bevor. Immerhin wurden wir von dem Besitzer unserer Unterkunft an der Bushaltestelle abgeholt. Die Angkor Rithy Residence 2 liegt in einem ruhigen Stadtteil, hat einen eigenen kleinen Pool und sehr moderne Zimmer.

Am nächsten Morgen gingen wir nach dem Frühstück wie gewohnt zu Fuß los. In der Altstadt gab es wie immer einen kleinen Souvenirmarkt zu entdecken, viele schöne Cafés im französischen Stil und auch ein leckeres veganes Restaurant, das Banlle mit eigenem Gemüsegarten mitten in der Stadt. Anschließend gab es noch ein italienisches Eis auf die Hand und wir spazierten gemütlich den Fluss entlang zurück in unser Hotel. Nach einer mehrstündigen Siesta auf unserem Balkon, wollten wir uns einen Roller für unseren Angkor Wat Ausflug am Folgetag ausleihen. Dies haben wir direkt mit einem Abendessen auf dem Weg verbunden. Danach ging es für uns früh ins Bett, denn wir wollten zum Sonnenaufgang bereits am Tempel sein.






Die Tempelanlage von Angkor erstreckt sich über 1000 Quadratkilometer, weshalb wir uns vorher überlegen mussten, in welcher Reihenfolge wir vorgehen wollen. Den Sonnenaufgang wollten wir uns am Haupttempel Angkor Wat anschauen und anschließend die Tempel von Osten nach Westen abklappern. Angkor ist die größte antike Tempelanlage der Welt und war bis zum 15. Jahrhundert die größte Stadt Indochinas. Da bereits um um 6:30 Uhr tausende Menschen in den Angkor Wat strömten, entschieden wir uns ihn fürs erste nur von weitem zu betrachten und schnellstmöglich in den menschenleeren Osten zu fahren.




Fünfzehn Minuten später am Ta Prohm Tempel angekommen stellten wir fest, dass unser Plan aufging. Wir waren nahezu die Einzigen und konnte in Ruhe die aufgehende Sonne hinter den Bäumen bestaunen. Dieser Tempel ist etwas ganz Besonderes, denn er ist über die Jahre mit riesigen alten Bäumen zugewachsen. Wir können auch gleich vorwegnehmen, dass uns dieser Tempel mit Abstand am besten gefallen hat. Der Anblick, wie sich die Natur über die Jahre ihren Platz zurücknimmt, ist echt faszinierend!



Danach ging es weiter zum Pre Rup Tempel. Diese Anlage war zwar etwas kleiner, aber nicht weniger beeindruckend. Hier konnten wir über große Steintreppen bis zu den drei Stupas (buddhistische Gedenkstellen) hinaufsteigen und auf den umliegenden Dschungel blicken. Langsam stand auch die Sonne höher und es wurde immer wärmer, weshalb wir schnell wieder in den Schatten des Waldes zum nächsten Tempel flohen.


Auf dem Rundweg bis zurück zum Angkor Wat Haupttempel machten wir noch jeweils Halt beim Prasat Preha Tempel und dem Bayon Tempel. Alle Tempel sind auf ihre Art einzigartig und waren einst mit Wasserkanälen verbunden. Am Prasat Preha kann man noch heute eines der zwei größten Wasserspeicherbecken der damaligen Zeit betrachten. Der Bayon Tempel ist durch die riesigen in Stein gemeißelten Gesichter auf dem Turm bekannt, die von jeder Seite aus weiter Entfernung sichtbar sind.




Zurück beim Haupttempel Angkor Wat machten wir erneut Halt, um uns diesmal das Wahrzeichen Kambodschas auch von innen anzuschauen. Nach wie vor waren hier trotz Mittagshitze noch unzählige Menschen unterwegs und es wurden auch immer mehr. Ähnlich wie in den anderen Tempeln konnten wir mehrere Räume und Gänge durchlaufen, die teilweise noch wirklich gut erhalten oder restauriert sind. Das Zentrum bildet ein Hauptturm in der Mitte, umgeben von vier weiteren Türmen. Es ist sogar möglich, auf das Platteau in der Mitte hochzugehen, jedoch entschieden wir uns aufgrund der langen Schlange dagegen. Nachdem wir alles gesehen hatten, fuhren wir mit dem Roller zurück in die Unterkunft. Lukas, der sich nicht so fit fühlte, legte sich anschließend etwas aufs Ohr, während Kristin zum Mittagessen und Kaffeetrinken alleine weiter fuhr. Da sich Lukas am Abend immer noch nicht besser fühlte, musste Kristin den Roller alleine zurückbringen. Immerhin erspähte sie auf dem Heimweg einen süßen Falafelladen, bei dem sie sich noch Pitabrot und Hummus besorgte.
Phnom Penh
Am nächsten Morgen ging es um 10 Uhr mit dem Bus nach Phnom Penh. Glücklicherweise lag die Busstation sowohl beim Abfahrts- als auch beim Ankunftsort in unmittelbarer Nähe zu unseren Unterkünften, sodass wir die Wege in wenigen Minuten zu Fuß laufen konnten. Die Busfahrt dauerte knappe 5 Stunden und verlief reibungslos. Das X One Hotel liegt mitten in der Stadt direkt am Mekong, sodass wir den ersten Abend die Uferpromenade entlang spazieren konnten. Mit den Palmen und den gegenüberliegenden Gebäuden in französischem Baustil wirkt es ein wenig wie in Südfrankreich. Nachdem der Night Market essenstechnisch nicht so viel zu bieten hatten entschieden wir uns, mal wieder zu einem Inder zu gehen.




Als Tagesbeschäftigung für den darauffolgenden Tag suchten wir uns das ehemalige Gefängnis S-21 und heutige Tuol-Sleng-Genozid-Museum heraus. Hier wurden von 1975-1979 während der Schreckensherrschaft der Roten Khmer über 18.000 Menschen gefangen gehalten und gefoltert, von denen nur 12 überlebten. Mit Hilfe eines guten deutschen Audioguides verbrachten wir hier interessante und aufschlussreiche 3 Stunden. Hierbei führte uns die Tour durch die vier Hauptgebäude der umfunktionierten Tuol-Sleng-Grundschule, die immer noch originale Zellen und Folterinstrumente beinhaltet. Es ist erschreckend, dass in einigen Räumen scheinbar so viel Blut vergossen wurde, dass es den Boden nachhaltig verfärbte und gar nicht mehr zu reinigen ging. Im Innenhof saß sogar einer der 12 Überlebenden und signierte Bücher. Der Audioguide konnte einem die damaligen Geschehnisse gut vermitteln und uns diese dunkle Zeit von Kambodscha nahebringen, in der in kürzester Zeit über 2 Millionen Menschen starben. Wir hatten bis dato noch nie etwas davon gehört oder gelesen.


Zum Mittagessen ging es für uns anschließend zum Bio-Restaurant Farm to Table. Neben leckerem Essen gibt es dort süße freilaufende Hühner. Den restlichen Nachmittag schlenderten wir durch die wirklich grüne Innenstadt. Auf diesem Weg kamen wir am Unabhängigkeitsdenkmal und dem Königspalast vorbei.






Damit endete nach kurzen 5 Tagen auch schon unsere Zeit in Kambodscha. Das nächste mal hört ihr dann aus Vietnam von uns.
Kristin & Lukas

