Luang Prabang
Am 17. Januar stand uns wie bereits angekündigt eine weitere Minivanfahrt bevor, die im Vergleich zu den vorherigen einigermaßen angenehm war. Vom idyllischen Bergdorf Nong Khiaw wurden wir in die scheinbar schönste Stadt am Mekong gefahren, Luang Prabang. Die ehemalige Hauptstadt von Nord-Laos hat heutzutage circa 67000 Einwohner und ist somit die viert größte Stadt des Landes. Viele Gebäude und Cafés haben auch nach der Kolonialzeit den französischen Stil beibehalten. Trotzdessen ist Luang Prabang noch lange nicht mit einer europäischen Kleinstadt zu vergleichen. Bis auf ihre schöne Lage an einem breiten Abschnitt des Mekongs, der viele Touristen anzieht, gibt es in der Stadt selbst nicht sonderlich viel zu entdecken.





Unser Hotel Alana lag auf der anderen Seite des Nam Khan Flusses, der in der Stadt in den Mekong mündet. Normalerweise verbindet eine Bambusbrücke in der Nähe des Hotels beide Stadtseiten, die jedoch vor kurzem für den Bau einer neuen Brücke abgerissen wurde. Daher mussten wir leider einen fast 30 minütigen Umweg ins Zentrum laufen. Gleich nach unserer Ankunft begaben wir uns auf Erkundungstour und verbrachten den gesamten Nachmittag in der Stadt, bis abends der Night Market öffnete. Lukas fühlte sich anschließend leider gar nicht gut und hatte sich scheinbar irgendwo den Magen verdorben. Nach einer für ihn unangenehmen Nacht verbrachte er den kompletten Folgetag im Bett. Glücklicherweise gab es das kleine gemütliche Trikoff Café mit WLAN in derselben Straße, sodass Kristin dort ein paar Stunden arbeiten konnte. Anschließend entschied sie sich spontan an einem Kerzen-Workshop teilzunehmen.



Kristins Candle Workshop
Das Gai Artisan Candles Artelier befand sich glücklicherweise auf unserer Seite des Flusses, sodass es gerade mal 8 Minuten zu Fuß entfernt war. Versteckt in einem total ruhigen und grünen Wohnviertel kam ich dort mit zwei weiteren Frauen aus Holland und den USA an. Gai, die super freundliche Besitzerin, empfing uns herzlich und hatte bereits alles vorbereitet. Das Ziel des Workshops war es, eine Duftkerze zu kreieren, die durch ihren Geruch an Dinge erinnern soll, die einen glücklich machen und motivieren. Mein Duft vereinte schlussendlich fruchtige Litschi, frische Bergamotte, einen Hauch von holzigem Weihrauch mit einer Basis aus blumiger Magnolie. Der Geruch soll einen aktivieren und Energie für den Tag liefern. 😊 Nachdem die Aromen mit flüssigem Wachs aufgegossen wurden, mussten wir eine halbe Stunde warten bis die Kerze ausgehärtet war. Gai zeigte uns in der Zwischenzeit wie in Laos traditionell Tee aufgegossen wird und richtete uns allen eine leckere Tasse Tee mit Gebäck an. Am Ende verpackte sie die Durftkerzen liebevoll in Papier und einem Stoffsäckchen, sodass wir sie sicher mit nach Hause nehmen konnten. Es hat wirklich sehr viel Spaß gemacht und unsere Gruppe hat sich so gut verstanden, dass wir drei Stunden zusammen verbrachten. 🍵🫖🕯️





Den nächsten Tag ließen wir sicherheitshalber noch etwas langsam angehen. Zur Mittagszeit liehen wir uns zwei Fahrräder von unserem Hotel und machten uns auf den Weg zur Paketstation, um unser Taschenmesser per Post nach Vientiane vorzuschicken. Wir hatten gelesen, dass vor den Zugfahrten strenge Sicherheitskontrollen durchgeführt werden und bereits viele Touristen ihre Messer abgeben mussten. Zu unserem Erstaunen sprachen die Mitarbeiter von Hal Logistics relativ gutes Englisch und verlangten nicht mal einen Euro für den Versand. Zufrieden radelten wir (auf den viel zu kleinen Fahrrädern) zum Indigo Café und bestellten für Lukas einen magenschonenden Ingwer-Tee. Für Kristin gab es einen Kaffee mit einem Donut, zu dem es dann ausgerechnet noch einen zweiten gratis gab. 😄😋 Am Abend wollten wir einen Aussichtspunkt für gute Sonnenuntergänge auskundschaften, der durch die Brückenbaustelle eher ein Reinfall war und gönnten uns abschließend noch eine leckere Steinofenpizza.



Für unseren letzten richtigen Tag in Luang Prabang wollten wir noch ein paar Lädchen und Stände am Mekong entlang nach Postkarten und Souveniers abklappern -leider ohne Erfolg. Zudem hatten wir gelesen, dass es ein kleines Museum zu den Hinterlassenschaften des Vietnam-Krieges geben soll, was die bestehenden Gefahren der UXO (unexploded ordnances = nicht explodierte Bomben) aufzeigt. Wir lernten, dass 30% der 280 Millionen Bomben, die von den USA über Laos abgeworfen wurden, beim Aufprall nicht explodierten und somit bis heute für Zwischenfälle sorgen. In dem Museum wurde das UXO Programm zur Aufklärung und Beseitigung der Bomben vorgestellt, da vor allem unwissende spielende Kinder in den ländlichen Landesregionen betroffen sind.



Am Abend stand unser kleines Highlight für diesen Aufenthalt an – eine Mekongbootsfahrt zum Sonnenuntergang. Typisch Deutsch kamen wir bereits eine Stunde vor Abfahrt und konnten uns so zwei der fünf besten Plätze sichern. Im Preis inbegriffen war jeweils ein Getränk nach Wahl sowie ein Snackteller. Auf unseren bequemen Liegen auf dem oberen Deck fuhren wir entspannt der Sonne entgegen und genossen die zweistündige Fahrt. Zum Abschluss konnte jeder Gast jeweils einen Wunsch und eine Bürde auf Bananenblätter schreiben, die dann über ein großes Becken in den Mekong gespült wurden.






Vang Vieng
Die wilden Minivanfahrten in Laos hatten nun endlich ein Ende und es ging für uns früh morgens zum Bahnhof. Die chinesische Zugstrecke verbindet China mit der Hauptstadt Vientiane mit zwei weiteren Stopps in Luang Prabang und Vang Vieng. Nach gerade einmal einer Stunde sind wir pünktlich in Vang Vieng angekommen. Am Bahnhof standen bereits viele Tuk Tuks bereit, die einen zu fairen Preisen direkt zur Unterkunft fahren. Im Sabai Sabai Hostel trafen wir auf dem Weg zu unserem Zimmer direkt auf Kristins Freundin Linda! 😊 Mit ihr hat Kristin in Sindelfingen zusammen Volleyball gespielt und sie reist gerade ebenfalls mit zwei französischen Freundinnen durch Laos. Wir stellten unser Gepäck ab und gingen gleich gemeinsam zum Mittagessen, bei dem wir Pläne für den Rest- und Folgetag schmiedeten. Zuerst wollten wir den Fluss entlang die Stadt und eine empfohlene Höhle erkunden. Die Chang Tham Cave war zu unserer Überraschung viel größer als erwartet und innen sehr beeindruckend. Der Besuch wurde jedoch davon getrübt, dass vor dem Höhleneingang Elefanten zum Reiten und Streicheln gehalten werden. 😡




Auf Empfehlung von unserem Hostel gingen wir am späten Nachmittag zum Pullmind Café. Vang Vieng ist unter anderem sehr bekannt für Heißluftballonfahrten, die wir zum Sonnenuntergang perfekt von der Terrasse des Cafés bestaunen konnten. Es sah wirklich toll aus, wie die vielen Ballons vor der Berglandschaft der Sonne entgegen flogen. Wir ließen den Tag mit einem gemeinsamen Abendessen ausklingen und schlenderten auf dem Heimweg nochmal über den Night Market.




Für unseren Ausflug am nächsten Tag mieteten wir uns zu fünft ein privates Tuk Tuk für 35€, dass uns zu zwei verschiedenen blauen Lagunen und am Fuße eines Aussichtspunktes fahren sollte. Vang Vieng ist mit unzähligen natürlichen Lagunen umgeben, von denen sieben Stück zum Baden und Chillen geeignet sind. Passend zu unserer Route und abschließenden Wanderung wählten wir Blue Lagoon 2 und 3 aus. Die Lagune 3 hat uns sehr gut gefallen, da sie natürlicher wirkte und direkt an einem Berg gelegen ist. Wir sahen ein Schild, dass in den Berg hinein eine Höhle mit ebenfalls zwei Wasserpools führt. Zusammen mit Linda begaben wir uns zu dritt auf Erkundungstour. Der Einstieg in die Höhle war etwas versteckt über zwei klapprige Holzleitern und sehr eng, sodass wir uns zuerst unsicher waren, ob wir wirklich hineinkrabbeln wollen. Linda hatte online gesehen, dass scheinbar nur die ersten Meter wirklich eng sein sollen. Also kletterte Kristin mit ihrer Handytaschenlampe als erste hinab und schaute nach, ob das wirklich so stimmt. Tatsächlich konnte sie nach einigen Metern wieder normal stehen und rief die anderen zwei herbei. Obwohl es wirklich stockdunkel war, fühlten wir uns mit unseren drei Handylampen in der Hand sicher genug, um weiterzugehen. Da wir bis zu unserem Rückweg die einzigen in der Höhle waren, war die Erkundungstour spannend und wie ein kleines Abenteuer. Immer wieder entdeckten wir Pfeilmarkierungen an den Wänden, die uns den Weg bis zu den Pools und auch später zurück zum Ausgang zeigten. Zurück an der Lagune wunderten sich Lindas Freundinnen, wo wir die letzte Stunde waren.



Wir brauchten jedenfalls erstmal eine Stärkung für die anstehende Wanderung und aßen ein paar Nudeln zu Mittag, bevor es anschließend zum Nam Xay Viewpoint ging. Der Aufstieg dauerte nur eine halbe Stunde, war dafür jedoch sehr steil. Oben angekommen erwartete und erneut ein 360 Grad Ausblick auf die wunderschöne Berglandschaft von Vang Vieng. Mit dem Motorrad auf dem Gipfel ist dieser Viewpoint besonders bekannt in Laos. Nach dem Abstieg gönnten wir uns direkt am Parkplatz noch einen Smoothie und wurden zurück zur Unterkunft gefahren.



Wir ließen den Abend und unsere gemeinsame Zeit mit Linda bei einem gemütlichen Abendessen und Kartenspielen ausklingen. Für uns hieß es anschließend wieder Rucksackpacken, um am nächsten Vormittag mit dem Zug nach Laos Hauptstadt zu fahren.
Vientiane
Ebenfalls reibungslos kamen wir nach einer weiteren einstündigen Zugfahrt in Vientiane an. Mit knapp 850.000 Einwohnern ist sie die mit Abstand größte Stadt in Laos. Unser SYRI Guesthouse liegt in einer ruhigen Gegend mitten in der Stadt, sodass wir alles zu Fuß erreichen konnten. Trotz der Größe gibt nicht sonderlich viel zu sehen, sodass unsere zwei Tage vollkommen ausgereicht haben. Gleich nach unserer Ankunft machten wir uns auf den Weg, unser Messer abzuholen. Wir hatten uns den angeblichen Standort der Paketstation abfotografiert und in Google Maps eingespeichert. Als wir dort ankamen war jedoch weit und breit kein Hal Logistics zu sehen. Wir entschieden uns, unser Glück bei der nächstgelegenen Packstation, die wir auf Maps finden konnten, zu probieren. Die gerade mal fünf Minuten Fußweg haben sich gelohnt, denn dort war wie aus Wunderhand unser Paket angekommen. Die navigieren hier wohl anders. 😂 Anschließend liefen wir durch die Straßen bis vor zum Mekong-Ufer, wo wir ein Food Festival entdeckten und uns ein kaltes Getränk für unterwegs kauften. Für ein etwas abwechslungsreicheres Abendessen entschieden wir uns, zu einem indischen Restaurant zu gehen und wurden mit wirklich leckerem Essen belohnt.



Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg die drei spannenden Sehenswürdigkeiten von Vientiane zu besichtigen. Darunter fallen die schwarze verfluchte Stupa, der Nam Phou Brunnen und der laotische Arc de Triomphe Verschnitt, das Patuxay Victory Monument.



Unsere Highlights der Stadt waren jedoch das House of Fruitshakes mit leckeren Baguettes und Smoothies und der Mixue Icecream Laden. 😄


Dementsprechend zog sich unser Abreisetag auch wie Kaugummi. Wir gingen nach dem Check-Out mit unserem Laptop zum DADA Coffee, um diesen Blogbeitrag zu verfassen, bevor es um 20 Uhr mit dem Nachtbus in den Süden von Laos nach Pakse geht.
Wir sind gespannt!
Kristin & Lukas


Also bei jedem Bericht bekomme ich Hunger und Durst!! Tolle Impressionen 🙂
Freue mich jedes mal mit euch und bin echt beeindruckt von eurem Programm. Bin gespannt auf`s nächste!
Nachdem ich all eure Berichte zu den Stationen in Laos gelesen habe, muss ich sagen, dass die Bergwelt des Norden sehr beeindruckende Naturlandschaften hat. Es scheint so, dass der Massentourismus noch nicht in der Weise angekommen ist, um seine negativen Folgen zu schaffen, so wie es in Kambodscha vorgefunden habe. Toll. Wäre auch nochmal ein Ziel für mich.
Euch weiter gute Reise.